«Sie hatte geglaubt, ganz einfach über ihre Mutter schreiben zu können. Ohne grössere Hindernisse, mit Herz und Verstand.» Luise ist daran, von ihrer Mutter für immer Abschied zu nehmen. Über dieses letzte grosse Geschehen möchte sie – selbst Mutter, Grossmutter, Schwester, Freundin und Geliebte – schreiben: über Besuche im Altersheim, Telefongespräche, über Erinnerungen an die Mutter ihrer Kindheit. Doch schon bald drängt sich ein unerwartetes äusseres Geschehen in die Aufzeichnungen ein: die Covid-19-Pandemie. Alle Versuche, diese Störung aussen vor zu halten, scheitern. Zu mächtig sind die Einflüsse des Corona-Geschehens auf Luises Denken, Fühlen und Handeln. Insbesondere der Ruf nach Abstand, nach «Social Distancing» konturiert ihr Nachdenken über die eigene Körperlichkeit, über Wunsch und Wirklichkeit in der Beziehung zur Mutter. «Vergehe ich, wenn mein Ursprung erlischt?», fragt sich Luise. Im Prozess einer wilden Trauer findet sie Antwort auf die Frage, was sie mit ihrer Mutter verbindet und was von dieser intimsten Beziehung des Lebens überdauern soll.
CHF 26.00
Christine Fischer, 1952 in Triengen LU geboren, studierte Logopädie am Heilpädagogischen Institut der Universität Freiburg und war vierzig Jahre lang als Sprachtherapeutin tätig. Sie wohnt in St.Gallen und hat diverse Bücher veröffentlicht: «Eisland» (1992), «Lange Zeit» (1994), «Augenstille» (1999), «Solo für vier Stimmen» (2003), «Von Wind und Wellen, Haut und Haar» (2004), «Vögel, die mit Wolken reisen» (2005), «Nachruf auf eine Insel» (2009), «Els» (2014), «Lebzeiten» (2015) und «Der Zweifel, der Jubel, das Staunen» (2017), «Im Mai am Montag» (2019), «Herz, Kranz, Gefäss» (2021). Für ihr literarisches Schaffen wurde sie mit verschiedenen Förder- und Werkpreisen ausgezeichnet, zuletzt 2024 mit dem Kunstpreis der St.Gallischen Kulturstiftung.
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