Der Schweizer Schriftsteller Robert Walser (1878–1956) verbrachte die letzten 23 Jahre seines Lebens in der Heil- und Pflegeanstalt in Herisau. Zwar ist nichts Schriftliches von ihm aus dieser Zeit überliefert, geschrieben soll er aber dennoch haben.
Robert Walser kam 1933 gegen seinen Willen ins Appenzellerland, als er aufgrund seiner psychischen Erkrankung – diagnostiziert wurde die damalige Modekrankheit Schizophrenie – von der bernischen Klinik Waldau in die Heil- und Pflegeanstalt in Herisau überwiesen wurde. Trotzdem fügte sich Patient Nr. 3561 bald in den Klinikalltag ein, klebte Papiersäcke und verlas Schnüre. Aber er blieb für sich. Einzig sein Vormund Carl Seelig kam ihm etwas näher; er unternahm mit Robert Walser ausgedehnte Wanderungen durch die Gegend und bemühte sich auch um die Herausgabe von Walser-Texten.
Das vorliegende Heft der Reihe «Das Land Appenzell» ergänzt bisherige Beiträge zu Robert Walsers Herisauer Jahren. So befasst es sich mit der Vormundschaft über den Schriftsteller, beleuchtet den damaligen Alltag in der Psychiatrischen Klinik und die Behandlungsmethoden, insbesondere die Arbeitstherapie. Ausserdem lässt es mehrere Personen zu Wort kommen, die bezeugen, dass Robert Walser durchaus noch geschrieben habe, allerdings ist nichts davon überliefert.
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Thomas Fuchs, 1959, Herisau. In Schaffhausen geboren und aufgewachsen. Studium an der Universität Zürich (Allgemeine Geschichte, Geografie, Neue Deutsche Literatur). Seit 1989 im Kanton Appenzell Ausserrhoden als freierwerbender Historiker tätig. Mitarbeiter beim Historischen Lexikon der Schweiz.