Ein Roman über die Brüchigkeit familiärer Beziehungen
Anna stirbt 106-jährig in einem Ausserrhoder Altersheim. Ihre Enkelin Lena erinnert sich an die Ferien, die sie als Kind bei den Grosseltern verbracht hat, an den Geruch der Wohnung, die sie mit Glück verbindet. Gleichzeitig wird ihr bewusst, dass sie über Anna und deren Sohn – Lenas Vater – nicht viel weiss, ein paar Erinnerungen, nicht mehr. Dass das aussergewöhnlich lange Leben kaum Spuren hinterlassen hat, löst in ihr Betroffenheit aus. Lena macht sich auf die Suche. Auf die Suche nach Gründen für die Verschlossenheit der Grossmutter und die Wortlosigkeit des Vaters. Auf die Suche nach der Geschichte ihrer Familie, deren überschaubarer Alltag im Appenzeller Mittelland mit dramatischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts verbunden ist.
Ruth Weber hat einen Roman über die Brüchigkeit familiärer Beziehungen geschrieben. Es ist der Versuch, ein langes Leben vor dem Vergessenwerden zu bewahren. Die Autorin verarbeitet in «Das Korsett» einen Teil ihrer eigenen Lebensgeschichte.
CHF 28.00
Ruth Weber, 1971, arbeitet im Gesundheitswesen und ist nebenbei als Autorin tätig. Für ihr literarisches Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Publikumspreis am Schreibwettbewerb Literaturland des Amts für Kultur Appenzell Ausserrhoden von 2018. Zudem war sie 2021 Writer in Residence in Meran. Publiziert hat sie den Lyrikband «Lichtsatte Tage – Verwunderung im Maul des Schattens» bei ProLyrica (2020) und den Roman «Das Korsett» im orte Verlag (2022). Die Autorin ist verheiratet, Mutter von zwei erwachsenen Kindern und lebt in Walzenhausen.