Nachdem das Verlagshuus Ende November 2025 von Schwellbrunn nach Herisau gezogen war und dies mit dem Öberefahre zelebriert hatte, folgte nun die offizielle Eröffnung mit einem Tag der offenen Tür. Stobete nannte das Team diesen Anlass, ganz in der Manier des hiesigen Brauchtums. Und das kam an: Den ganzen Tag über füllten sich der Rosengarten und das historische Haus mit neugierigen Besucherinnen und Besuchern, die staunten, plauderten und blätterten. Die Stimmung war gesellig und das Wetter zeigte sich zum Glück von seiner frühlingshaftesten Seite.
Der Vormittag gehörte dem offiziellen Teil. Christine König, Co-Leiterin des Verlagshuus, führte durch das Programm und skizzierte, was das Haus ausmacht: fünf Verlage unter einem Dach – Appenzeller Verlag, Toggenburger Verlag, edition punktuell, orte und FormatOst. Verwaltungsratspräsident Paul Zähner unterstrich die Bedeutung des Verlagshuus als eines der letzten unabhängigen Verlagshäuser der Ostschweiz – und als publizistischer Partner für die kulturelle Identität der Region. Celia Hubmann, Präsidentin des Einwohnerrats Herisau, freute sich über die Belebung, die das Verlagshuus dem Quartier Windegg und dem Rosengarten bringt.
Das Gebäude selbst verdient eine eigene Geschichte: Es stammt aus dem späten 17. Jahrhundert und ist voller historischer Malereien. Die auffällige Fassade geht auf den Kunstmaler Luigi Grigoletti (1887–1939) zurück. Ihm zu Ehren gab es an der Stobete Pizza Grigoletti aus dem Holzofen-Pizzamobil. Architektin Eva Keller führte diejenigen durchs Haus, die es genauer wissen wollten. Im Parterre lud die Verlagsboutique zum Stöbern ein: Den Grossteil der rund 800 Titel aus 30 Jahren Verlagsgeschichte gibt es dort zum Anfassen und Mitnehmen.
Für den musikalischen Rahmen sorgte Elias Menzi mit seinem Hackbrett, die Bäckerei Knöpfel lieferte Süsses aus der Nachbarschaft. Kinder konnten das Quartier auf einer Schnitzeljagd erkunden und dabei Kinderbücher aus dem Verlagshuus entdecken. Eine besondere Überraschung war der Bücherstuhl der Herisauer Künstlerin Orfea Mittelholzer – ein Geschenk zur Eröffnung des Verlagshuus der Steinegg Stiftung. Gut 60 Bücher, die als Leseexemplar ausgedient hatten oder aus anderen Gründen hätten makuliert werden müssen, hat die Künstlerin zu einem Stuhl verarbeitet. Unter der grossen Linde im Rosengarten schafft er so eine visuelle Verbindung zum benachbarten Verlagshuus.
Den wohl originellsten Programmpunkt hatte das Team «Ineweerde» genannt: ein Speeddating mit Autorinnen und Autoren. In kurzen Runden, direkt und persönlich, erfuhr das Publikum mehr über die Menschen hinter den Büchern.
Und Josef Scheuber, langjähriger und inzwischen pensionierter Mitarbeiter des Verlagshuus, komponierte aus 132 Buchtiteln eine humorvolle Geschichte, die das Publikum immer wieder zum Schmunzeln brachte.












